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Hämorrhoiden - (K)ein Tabuthema
Team & Kontakt

Chirurgie

Chirurgie – Viszeralchirurgie – Koloproktologie

Proktologische Kernkompetenz und medizinische Spezialgebiete ermöglichen im MVZ am Caritas-Krankenhaus  eine umfassende und ganzheitliche Behandlung Ihrer Enddarm- und Dickdarmbeschwerden. 

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie und der Medizinischen Klinik 2 behandeln wir interdisziplinär alle koloproktologischen Erkrankungen. Große proktologische Eingriffe können unter stationären Bedingungen durchgeführt werden. Kleinere Eingriffe werden im Eingriffsraum unseres MVZs in Kurznarkose vorgenommen.

Alle Erkrankungen am Darmausgang und Dickdarm werden mit individuellen und speziellen koloproktologischen Leistungen nach dem neuesten Erkenntnisstand behandelt. Dabei werden spezielle Darmerkrankungen wie z.B. bösartige Prozesse zusammen mit demzertifizierten Darmzentrum des Caritas-Krankenhauses, der Medizinischen Klinik 2 und der Onkologie interdisziplinär versorgt.

Was wir für Sie tun:

Vorsorgeuntersuchungen

Ab dem 50. Lebensjahr hat jeder gesetzlich Versicherte das Recht auf eine Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung). Das MVZ Chirurgie hat die Zulassung, im Rahmen der Darmkrebsvorsorge eine solche Darmspiegelung durchzuführen.

Behandlung von Hämorrhoiden

Einer unserer Schwerpunkte ist die Behandlung von Hämorrhoiden. Entsprechend der Dauer und des Stadiums der hämorrhoidalen Erkrankung bieten wir Ihnen verschiedene schonende Behandlungsmethoden an. Bei den meisten Stadien dieser Erkrankung kommen wir ohne operativen Eingriff aus (siehe "Hämorrhoiden – (K)ein Tabuthema").

Endoskopische Untersuchungen und Eingriffe

Bei einer Spiegelung führt der Arzt eine bewegliche Sonde mit einer hochauflösenden Videokamera in Hohlorgane ein. Dadurch können die Schleimhäute im Magen oder Darm direkt vor Ort beurteilt und Gewebeproben entnommen werden.

Im MVZ Chirurgie werden Magenspiegelungen (Gastroskopien) und Darmspiegelungen (Koloskopien) durchgeführt. Bei diesen diagnostischen Eingriffen, die auf Wunsch des Patienten in Kurznarkose durchgeführt werden, können gleichzeitig Gewebeproben und Polypen bis 5 cm Größe abgetragen werden. 

Behandlung von Fisteln und Fissuren

Analfissuren und Analfisteln sind sehr häufige Erkrankungen des Darmausgangs. Entsprechend werden diese Erkrankungen nach erfolgloser konservativer Therapie je nach Ausmaß der Erkrankung stationär oder ambulant operativ behandelt. Bei schweren Fistelerkrankungen ist sogar eine Rekonstruktion des Analkanals erforderlich. Alle operativen Behandlungsmethoden bei Fisteln werden so schonend wie möglich unter Erhaltung der Kontinenz durchgeführt.

Vor einer Fisteloperation ist in der Regel eine Drainagenbehandlung über mehrere Monate erforderlich.

Analabszesse

Abszesse am Darmausgang sind Ansammlungen von eitriger Flüssigkeit unter der Perianalhaut – zwischen den Schließmuskeln oder im Beckenboden. Diese führen häufig zu sehr starken Schmerzen, Fieber und Schüttelfrost.

Solche Eiterherde werden so rasch als möglich in einer Kurznarkose großzügig geöffnet. Die Wunde darf nicht zugenäht werden, damit das Sekret gut abfließen kann und kein neuer Infekt entsteht. Nach einem solchen Eingriff hat der Patient meist große Wundflächen am Anus, die einige Wochen zur Abheilung benötigen.

Kommt es zu einem dauerhaften Ausfluss, liegt in der Regel eine Analfistel vor.

Steißbeinzysten

Bei der Steißbeinzyste (Sinus pilonidalis) handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Eiteransammlung im Bereich der Analfalte (Rima ani). Bei chronischem Verlauf kommt es immer wieder zu starken Schmerzen. Sobald sich das eitrige Sekret spontan entleert, beruhigt sich der Zustand. Im akuten Stadium mit starken Schmerzen kann der Betroffene kaum noch sitzen.

Ein solcher Befund wird in der Regel so bald wie möglich vollständig operativ entfernt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten einer sofortigen plastischen Rekonstruktion. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs deutlich höher als bei einem Eingriff mit offener Wundbehandlung. Deshalb führen wir im MVZ am Caritas die Versorgung der Steißbeinzyste grundsätzlich mit offener Wundbehandlung durch. Die Abheilung dauert oft mehr als 8 Wochen. Die Rezidiv-Rate ist aber in diesem Fall sehr gering.

Tumore / Polypen

Polypen sind Wucherungen der Schleimhäute, die in fast allen Hohlorganen vorkommen können. Wir beschäftigen uns vorwiegend mit Polypen des Magens und insbesondere des Darms. Alle Polypen sind Gewächse (Tumore) der Schleimhaut, die fast immer zu einem bösartigen Prozess führen. Deshalb werden diese im Rahmen einer Koloskopie von uns aufgesucht und abgetragen. Alle Polypen, die wir im Darm entfernen, werden unter dem Mikroskop untersucht, um die Entwicklungsstufe des Polypen festzulegen und um bereits vorliegende bösartige Prozesse auszuschließen.

Tumore in der Analregion gehören zu den Hauterkrankungen und werden ebenso von uns in Kurznarkose entfernt.

Stuhlinkontinenz

Kommt es nach der Darmentleerung kurze Zeit später zu einem erneuten Austritt von Stuhl oder Schleim, sprechen wir von einem "Nachschmieren". Gehen Stuhl und Winde unbemerkt und unkontrolliert ab, so sprechen wir von einer Stuhlinkontinenz.

Das kann verschiedene Ursachen haben. Wir sind dafür da, die Grunderkrankung einer solchen Inkontinenz herauszufinden. Hemmungen und ein falsches Schamgefühl führen oft zur Verschleppung einer solchen Erkrankung. Bei den meisten Grunderkrankungen können wir erfolgreich behandeln und den Leidensdruck lindern oder ganz beseitigen.

Stuhlentleerungsstörungen

Der Patient berichtet, dass der Stuhlentleerungsvorgang plötzlich abbricht. Nach einer kurzen Zeit könne er dann wieder entleeren. Es kann auch sein, dass ein akuter Schmerz die Entleerung plötzlich beendet. Oft sprechen die Patienten von einer unvollständigen Darmentleerung. Immer wieder wird auch über ein Druck- und Fremdkörpergefühl im Anus berichtet.

Unsere Aufgabe besteht darin, die Grunderkrankung herauszufinden. Dafür kommen verschiedene Ursachen infrage (z. B. neurologische Erkrankungen, schmerzhafte Analfissuren, Analpolypen, Analfisteln, Rektozelen, Rektumspolypen, Rektumsprolaps, Beckenbodensenkung, Intussuszeption usw.)

Reizdarm

Ein Reizdarm oder ein Reizdarmsyndrom ist eine Funktionsstörung des Darms, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann. Symptome können dabei Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen sein. Es gibt keine einschlägige Therapie eines Reizdarms, jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome des Reizdarms in den Griff zu bekommen.  

Colitis ulcerosa

Bei der Colitits ulcerosa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Sie ist durch einen entzündlichen Befall des Dickdarms (Kolons) gekennzeichnet. Im Gegensatz zum Morbus Crohn ist von der Entzündung nur der Dickdarm kontinuierlich oder abschnittsweise betroffen. Die Entzündung beschränkt sich auf die Darmschleimhaut.

Der Patient berichtet über krampfartige Bauchschmerzen und über blutig-schleimige Durchfälle mit einer Stuhlfrequenz von über 10 Stühlen pro Tag.

In solchen Fällen führen wir eine Stuhlbakteriologie sowie eine Ileoskopie (Darmspiegelung) mit Stufen PE´s (alle 10 cm eine Gewebeprobe) durch. Dadurch können wir festlegen, um welche Erkrankung es sich handelt und entsprechende therapeutische Maßnahmen einleiten.

Morbus Crohn

Morbus Crohn gehört wie die Colitis ulcerosa zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Es handelt sich dabei um eine chronische Entzündung, die den gesamten Verdauungstrakt von der Mundhöhle bis zum After befallen kann. Im Analbereich kommt es dabei sehr häufig zu atypischen Fissuren oder Fisteln. Bevorzugt wird der letzte Dünndarmabschnitt (terminalis Ileum) befallen. Bei dieser Erkrankung ist die gesamte Darmwand entzündlich verändert. Charakteristisch ist der segmentale Befall der Darmschleimhaut. Es können also gleichzeitig mehrere Darmabschnitte erkrankt sein, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind.

Zur Sicherung der Diagnose werden die Entzündungswerte im Blut, die Ergebnisse einer Ultraschalluntersuchung des Bauches, die Magenspiegelung und die Darmspiegelung mit entsprechenden Gewebeproben herangezogen. Nach vorliegender Diagnose werden entsprechende therapeutische Verfahren eingesetzt.

Endosonografie

In Kooperation mit der Medizinischen Klinik 2 des Caritas-Krankenhauses spielt die Endosonographie eine wichtige Rolle in der Diagnostik von analen Erkrankungen aber auch von Tumorerkrankungen im Darm und im oberen Gastrointestinaltrakt (Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm).

Bei dieser Untersuchung wird eine bewegliche Sonde mit hochauflösender Videokamera und ein Ultraschallkopf in das Hohlorgan (Magen, Darm) eingeführt. Dadurch erhalten wir ein räumliches Ultraschallbild von innen. Dieses Verfahren hilft uns bei der Diagnosefindung und zur Abgrenzung von bestimmten Erkrankungen.

Operative Eingriffe

Folgende operative Eingriffe werden von uns durchgeführt:

> Ultraschallgesteuerte Ligatur der hämorrhoidalen Arterien (HAL)
Keine offene Wunde, geringe Schmerzen, kurze Arbeitsunfähigkeit.

> Rector-Anal-Repair bei Analprolaps (RAR)
Präposition der vorfallenden Analschleimhaut und Fixierung durch Naht.

> Hämorrhoidektomie nach Milligan Morgen oder Ferguson
Vollständige Entfernung der hemmerleganen Segmente. Offene Wundbehandlung. Wundheilung ca. 6 Wochen.

> Hämorrhoidopexie nach Longo
Schleimhautlifting im unteren Mastdarm. Hämorrhoiden werden dabei nicht entfernt. Durch ein spezielles    Rundschneide-Klammergerät (Stapler) wird das vorgefallene Gewebe zurückgeschoben. Ein Ring wird ausgestanzt und gleichzeitig mit Titanklammern genäht bzw. fixiert.

> Transanale Tumorabtragung
Große Tumore/Polypen am rektoanalen Übergang und im Mastdarm, die noch nicht bösartig sind, werden über den Analkanal vollständig abgetragen.

> Operative Behandlung  von analen und intraanalen Feigwarzen
Die erkrankte Hornhaut, in der sich das "human papiloma Virus" (HPV) aufhält, wird durch kurzzeitige Hitzeeinwirkung (Argon Beamer, Hochfrequenz Kopulation) zerstört.

> Analfistel-OP
Ausgedehnte Analfisteln werden zunächst durch Drainagebehandlung über mehrere Monate trockengelegt (bis keine Entzündung mehr vorliegt). Erst dann werden die Fisteln vollständig entfernt und gegebenenfalls eine Rekonstruktion des Schließmuskels durchgeführt. Dabei kommt es zu großflächigen Wunden im Analbereich.

> Analfissuren
Analfissuren werden zunächst konservativ durch Medikamente und Umstellung der Ernährung behandelt. Erst dann, wenn keine Besserung eintreten sollte und der Leidensdruck hoch ist, wird die Fissur operativ entfernt. Im Anschluss offene Wundbehandlung.

Dr. Franz Hoch ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DKG) und des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (BCD). Dadurch ist eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung und die bestmögliche Versorgung unserer Patienten sichergestellt.  

 

Hämorrhoiden – (K)ein Tabuthema

Fast jeder dritte Mensch hat Beschwerden am Darmausgang. Selten sind Hämorrhoiden schuld daran.

Bei Hämorrhoiden handelt es sich um Gefäßpolster am Übergang vom Mastdarm zum Analkanal. In gemeinsamer Arbeit mit dem inneren Schließmuskel sind die Hämorrhoidalpolster dafür zuständig, dass der Anus über 24 Stunden am Tag wasserdicht verschlossen bleibt. Die sogenannten Hämorrhoiden übernehmen also eine wichtige Aufgabe zum Erhalt der Kontinenz. Sie sind vergleichbar mit der Gummidichtung am Wasserhahn. Diese Funktion gleicht einem Automatismus, der nicht über das Zentrale Nervensystem (ZNS) gesteuert wird. Einzig und allein kann der äußere Schließmuskel den Stuhl willentlich zurückhalten.

Sind die hämorrhoidalen Gefäßpolster krank oder gar auf der Oberfläche verletzt, kommt es ungewollt zum Austritt von Schleim oder anderen Flüssigkeiten, welche die Übergangszone der Analhaut und der Umgebung des Anus schädigen. Es kommt zu Brennen, Nässen und Jucken. Und bei Defekten der Haut sieht man immer wieder Blutspuren am Toilettenpapier. Man ist "wund".

Sind die hämorrhoidalen Gefäßpolster auf der Oberfläche verletzt, sieht man bei fast jedem Stuhlgang Blutauflagerungen am Stuhl. In der Regel ist die Darmentleerung bei einer solchen Erkrankung schmerzfrei. Denn die hämorrhoidalen Oberflächen haben keine Schmerzfasern. Die Sensibilität beginnt erst im Analkanal. Dort befinden sich in der Regel keine hämorrhoidalen Polster. Schmerzen im Analkanal werden durch Verletzungen (Fissuren), Fisteln, entzündliche Veränderungen (Kryptitis) oder sogar eitrigen Prozessen verursacht. Bei Verletzungen im Analkanal kann es im Rahmen der Stuhlentleerung zu kurzzeitigen heftigen spritzenden Blutungen kommen. Häufig ist die Toilette in diesem Fall mit Blut verspritzt. Sobald der innere Schließmuskel den Anus wieder verschließt, hören diese Blutungen auf.

Immer mehr Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien führen aber mittlerweile weitaus häufiger zu Juckreiz, Brennen und Nässen sowie zu einer Rötung der Haut im Analbereich. Ebenso führen häufige Darmentleerungen bei Durchfall, Blähungen, Reizdarmsyndrom, und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zu denselben Symptomen. 

Äußere Hämorrhoiden gibt es nicht. Fälschlicherweise wird bei gestauten oder gar bei thrombosierten Venen am Analrand von „äußeren Hämorrhoiden“ gesprochen. Das hat nichts mit einer hämorrhoidalen Erkrankung zu tun.

Welche Symptome zeigen erkrankte Hämorrhoiden?

Diese Anzeichen deuten auf ein Hämorrhoidalleiden hin:

> Blutspuren auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier
> Die Toilette ist mit Blut bespritzt
> Nässen und Jucken der Analhaut
> Druck- und Fremdkörpergefühl im Analbereich
> Nachschmieren nach der Darmentleerung

Hämorrhoiden kann man nicht tasten! Sie haben auch keine Schmerzfasern!

Bei diesen Symptomen sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen, um andere Ursachen auszuschließen.

Was tun bei Blut im Stuhl?

Sollten Sie Blut am oder im Stuhl beobachten, dann schieben Sie das bitte nicht auf die Hämorrhoiden. Denken Sie immer daran, dass es sich häufig um andere, schlimmere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes handeln könnte. Suchen Sie deshalb immer zuerst den Hausarzt auf. Dieser schickt Sie in der Regel zu einem Gastroenterologen oder einem Proktologen.

Wie diagnostiziert der Arzt ein Hämorrhoidalleiden?

Bitte haben Sie keine Angst vor der Untersuchung des Analbereichs. Sie ist schmerzfrei!

Hämorrhoiden haben keine Schmerzfasern. Schmerzen im Analkanal werden durch andere Erkrankungen wie Fissuren, Fisteln und Entzündungen der Analhaut ausgelöst.

Zunächst betrachtet der Arzt die Haut am Anus bzw. um den Schließmuskel. Danach wird der Finger vorsichtig in den Analkanal eingeführt, um Unregelmäßigkeiten des Analkanals zu tasten. Außerdem wird die Spannung des Schließmuskels überprüft.

Hämorrhoiden können nicht ertastet werden. Sie bestehen aus weichem Muskelgewebe.

Anschließend wird ein Metallrohr in den Analkanal eingeführt (Proctoskopie). Damit kann man den unteren Abschnitt des Mastdarms und die Hämorrhoiden beurteilen.

Wodurch kann ein Hämorrhoidalleiden verursacht werden?

Die Gründe für die Erkrankung der hämorrhoidalen Polster im Analkanal sind vielfältig.

Oft sind es Fehler, die wir schon beim Stuhlverhalten begehen:

  • Zeitunglesen auf der Toilette
  • Aufenthalt auf der Toilette länger als 5 Minuten
  • starkes Pressen bei der Darmentleerung
  • Darmentleerung nur bei Stuhldrang

Auch können sehr wechselhafte Stühle die Erkrankung der hämorrhoidalen Polster begünstigen.

Eine ballaststoffarme Ernährung sowie eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme pro Tag führen in der Regel zu harten Stühlen. Diese können die hämorrhoidalen Polster im Analkanal verletzen. Durch starkes Pressen bei der Darmentleerung kommt es zu krankhaften Vergrößerungen der Hämorrhoiden.

Auch können Erkrankungen im Mastdarm und im Beckenboden sowie gynäkologische Erkrankungen schwere hämorrhoidale Probleme auslösen.

Was kann ich gegen Beschwerden wie Brennen, Nässen, Jucken und Schmerzen am Darmausgang tun?

Um die Ursache Ihrer Erkrankung zu klären, raten wir Ihnen grundsätzlich einen Arzt aufzusuchen. Meistens sind es nicht die Hämorrhoiden, die dafür verantwortlich gemacht werden können.

Zur Linderung empfehlen wir Ihnen:

  • den Darmausgang nach dem Stuhlgang mit Wasser zu reinigen (abduschen). Anschließend trocken tupfen und eine Zinkpaste auftragen. Feuchttücher, die eine alkoholische Lösung enthalten, sind bei Beschwerden nicht geeignet.
  • Zur Linderung können Sitzbäder mit Kamille, Eichenrinde, Rosskastanien oder Hamamelis als Zusatz verwendet werden.
  • Es kann aber auch eine Salbe, welche Hamamelis enthält, aufgetragen werden.
  • Blähende Speisen, die zu häufigem Abgang von Winden führen, unbedingt vermeiden.
  • Ballaststoffreiche Kost und ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit (ca. 2,5 Liter pro Tag).
  • Verbesserung der Stuhlkonsistenz durch geschrotete indische Flohsamenschalen.
  • Bei Schmerzen und Brennen im Analkanal handelt es sich meistens um eine Verletzung (Fissur). In der Apotheke bekommen Sie Zäpfchen, die Hamamelis enthalten. Diese können Sie bis zum Aufsuchen des Arztes ein- bis zweimal täglich einführen. In diesem Fall kommt es bei dünnflüssigen Stühlen zu einer Verschlimmerung. Das Ziel ist ein normal geformter Stuhl pro Tag.
  • Scharfes Essen und blähende Speisen unbedingt vermeiden.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei einem Hämorrhoidalleiden?

Ballaststoffreiches Essen ist bei einem Hämorrhoidalleiden hilfreich!

Wer an Hämorrhoiden leidet, sollte ballaststoffreiche Ernährung bevorzugen. Ballaststoffe quellen im Darm auf und fördern so dessen Bewegung. Die Nahrung kann schnell transportiert werden – das wirkt einer  Verstopfung entgegen. Reduzieren Sie den Verzehr von Weißbrot, Schokolade aber auch schwarzem Tee.
Essen Sie Müsli, Vollkornnudeln oder Naturreis, frisches Gemüse und Obst mit Schale. Rohkostsalate, Buttermilch, Joghurt, Käse und Hülsenfrüchte wirken sich ebenfalls positiv aus.

Meiden Sie tierische Fette, diese begünstigen einen harten Stuhl. Greifen Sie stattdessen zu hochwertigen Ölen wie Oliven- oder Rapsöl. Mit ausreichend Flüssigkeit bringen Sie Ihre Verdauung in Schwung. Trinken Sie mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag. Am besten Wasser, leichte Fruchtschorlen oder Tee.

Schmerzhafte Knotenbildung am Darmausgang in der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft kommt es häufig am Darmausgang zu großen, schmerzhaften, bläulichen Knoten. Dieses Phänomen hat in der Regel nichts mit einer hämorrhoidalen Erkrankung zu tun.

Durch Abflussstörungen des Blutes in die Hohlvene und zur Leber wegen Druck des Kindes auf die Blutgefäße staut das Blut in die perianalen Venen zurück. Dadurch wird eine Blutgerinnung ausgelöst. Es kommt zu dicken perianalen Venenthrombosen, die zum Teil starke Schmerzen auslösen. Diese bilden sich nach Ende der Schwangerschaft wieder komplett zurück. Die dadurch stark überdehnte Haut bleibt als Markise erhalten.

 

Die schonende Behandlung von Hämorrhoiden

Verödung bei Hämorrhoiden Grad 1

Generell kann gesagt werden, dass Hämorrhoiden Grad 1 medikamentös behandelt werden können.

Bei Versagen der konservativen Behandlung kommt die sogenannte Verödung zum Einsatz. Bei der Verödung werden in die leicht vergrößerten Gefäßpolster geringe Mengen einer alkoholischen Lösung eingespritzt. Dadurch schrumpfen die Hämorrhoiden und der Enddarm erlangt wieder den Feinverschluss. Oft sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von mehreren Wochen nötig. Begleitend kann eine Behandlung mit Cremes und Analtampons hilfreich sein.

HAL – die schonende Alternative bei Hämorrhoiden Grad 2 und 3

Mithilfe der neuesten HAL (Hämorrhoidal Arterien Ligatur) können Hämorrhoiden patientenfreundlicher behandelt werden. Diese Methode bietet eine sanfte Alternative zum herkömmlichen operativen Vorgehen und  wird besonders bei Hämorrhoiden Grad 2 und 3 eingesetzt.

Dabei wird ein spezielle Instrument in den After eingeführt und an die Hämorrhoidalarterien herangeführt. Das Gerät lokalisiert mittels Ultraschall Doppler Sensor die blutführenden Arterien punktgenau und macht sie dem Chirurgen durch akustische Signale hörbar! Die Gefäße werden vom Chirurgen abgebunden (Ligatur) und die Fadenenden verknotet. Dies geschieht in einer schmerzfreien Zone des Enddarmes. Dadurch sinkt die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden ab und der Druck in den Gefäßen lässt nach. Die Hämorrhoidalknoten werden deutlich kleiner und verschwinden nach einiger Zeit.

RAR – die schonende Alternative bei Hämorrhoiden Grad 3 und 4

Bei Hämorrhoiden Grad 3 und 4 können als weiterer Schritt die erweiterten Hämorrhoidalpolster wieder repositioniert werden. D.h. sie werden wieder da fixiert, wo sie anatomisch hingehören. Dieser Schritt wird RAR (Recto Anal Repair) genannt.

Das Prinzip von RAR ist sehr einfach: Zuerst wird eine fortlaufende Naht gemacht – von innen nach außen. Das Gerät ist speziell dafür entwickelt, dass nur das vorfallende Gewebe von der Naht erfasst wird. Die Fadenenden werden zusammengezogen und verknotet. Dadurch entsteht ein “Lifting Effekt”, ein Anheben des vorfallenden Hämorrhoidalpolsters. Durch dieses Lifting sind die erweiterten Hämorrhoidalpolster wieder da, wo sie anatomisch hingehören. Das Gewebe vernarbt und fügt sich wieder “nahtlos” in das Enddarmgewebe ein.

Vorteile der Methoden HAL und RAR auf einen Blick

Die wichtigsten Informationen über diese Technologie in Kürze:

  • minimal-invasiv, also keine offenen Wunden
  • sehr hohe Erfolgsrate
  • Dauer von ca. 30 min
  • unter normalen Umständen ein kurzer Krankenhausaufenthalt
  •  schnell wieder arbeitsfähig
  • bei über 150.000 Patienten erfolgreich angewendet


Ihre Vorteile:

  • wenige intra-operative Komplikationen
  • weniger post-operative Komplikationen
  •  weniger Schmerzen
  •  schnellere Heilung


Weitere Informationen zu HAL und RAR mit freundlicher Unterstützung der Firma A.M.I:

Wie HAL funktioniert

Beschreibung von HAL

Wie RAR funktioniert

Trilogy- Publkation (Englisch)


Gerne informieren wir Sie in einem persönlichen Gespräch ausführlich über die gennanten Methoden.

 

Wir sind für Sie da!

Hoch, Franz

Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, Proktologie, Sportmedizin

Uhlandstraße 7
97980 Bad Mergentheim
Tel: 07931-58-7621
Fax:07931-58-7691
franz.hoch@mvz-caritas.de

Dr. Franz Hoch ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DKG) und des Berufsverbandes der Coloproktologen Deutschlands (BCD). Dadurch ist eine kontinuierliche Fort- und Weiterbildung und die bestmögliche Versorgung unserer Patienten sichergestellt.  


Hoch, Beatrix

Patientenaufnahme, Praxismanagement

Isemeyer, Anja

Endoskopie, chirurgische Eingriffe

Wattke, Stephanie

Endoskopie, chirurgische Eingriffe

Hammerich, Jeanette

Endoskopie, OP


Unsere Sprechzeiten:

Montag, Dienstag und Donnerstag 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr

14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Mittwoch und Freitag 8:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Wir sind während unserer Sprechzeiten oder nach vorheriger Terminvereinbarung auch außerhalb der Sprechzeiten für Sie da. 

Für die Behandlung in unserem MVZ benötigen Sie eine Überweisung Ihres Hausarztes oder eines Facharztes.

Bitte bringen Sie Ihre Versichertenkarte und eventuell Vorbefunde mit.

 
 
 
 
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